Blütenpollen

Der eigentliche Zweck des Pollens einer Blüte ist der der Bestäubung, damit diese Früchte ausbilden kann. Viel gerühmt ist die Bestäubungsleistung der Honigbiene aber auch der Hummeln und anderer Insekten. Wenn auch einige Pflanzen durch Windbestäubung befruchtet werden, so ist doch für viele andere die Bestäubung durch Insekten die einzige Möglichkeit der Fruchtbildung (und damit im eigentlichen Sinne der Pflanze auch der Vermehrung) und für Landwirte (z.B. bei Raps) und Obstbauern stellt die gezielte Bestäubung durch Honigbienen eine signifikante Ertragssteigerung dar. Bei der Aufnahme des Nektars von Blüten streift die Honigbiene gewissermaßen zwangsläufig die Staubfäden und -beutel der Blüte.

Der Pollen bleibt im Haarkleid der Biene hängen. Von dort streift sie ihn mit den Beinen ab, vermengt ihn mit Speichel und "verstaut" ihn an ihren Hinterbeinen, was zu den sogenannten Pollenhöschen führt, wovon man im Bild an der Biene eines sehen kann (der orangefarbene kleine Klumpen; hier an den Blüten eines unserer Olivenbäumchen.) Den Pollen transportiert sie dann "nach Hause" in den Bienenstock, wo er eine wichtige Proteinquelle für die Aufzucht des Nachwuchses darstellt. Darüber hinaus sind aber auch Kohlenhydrate und Fette enthalten. Die Ammenbienen im Stock produzieren aus Honig und Pollen einen Brei, der als "Kraftfutter" für die Brut dient. Je nach Blüte hat der Pollen die unterschiedlichsten Farben. Kaum eine Farbe, die es dort nicht gibt!

Was im Bild wie bunte Kieselsteine aussieht, sind Blütenpollen verschiedenster Couleur. Der Imker sammelt den Pollen, indem er Pollenfallen anbringt. Im Bild zu sehen ist die Variante, die vor dem Flugloch angebracht wird. Die Biene muss beim Betreten des Stocks durch das Lochgitter, das links unten im Bild zu sehen ist, streift dort die Pollenhöschen ab, die dann in der Schublade gesammelt und jeden Abend geerntet und getrocknet und anschließend von Fremdkörpern gereinigt werden. 

Ist der Geschmack auch mal ein wenig eigenwillig, so stellen Blütenpollen für uns ein wertvolles Nahrungsergänzungsmittel dar, das reich an Aminosäuren, Mineralstoffen, Vitaminen und Antioxidantien ist.

Für Heuschnupfengeplagte insbesondere aber auch für Jeden empfiehlt es sich absolut, den Arzt vor dem Verzehr zu konsultieren, da Blütenpollen schwere allergische Reaktionen auslösen können. In der richtigen Dosierung jedoch können sie bei frühzeitiger Einnahme auch zu einer Desensibili-sierung führen, vorausgesetzt es handelt sich um heimischen Pollen - also genau der Pollen, der auch im Frühjahr/Sommer durch die geatmete Luft fliegt. Zur Stärkung der Abwehrkräfte eignet sich die Einnahme von 1 bis 2 Teelöffeln täglich eingeweicht (zur besseren Verwertung) in Milch, Honig, Joghurt oder Müsli, was 10 bis 15 Minuten dauern kann. Wichtig ist, ihn nicht zu erhitzen, da er sonst wertvolle Eigenschaften verliert.

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